Black Economic … WHAT?

by on April 2, 2007
in Politics, Science, Work

UPDATE: Ich bin wieder in Deutschland, aber den Artikel wollte ich echt trotzdem nicht vorenthalten:

Heute gibt es für euch einige Hintergrundinformationen zum wissenschaftlichen Teil meines Aufenthalts hier in Südafrika. Schließlich bin ich nicht (nur) zum Vergnügen hier.
Meine Hauptaufgabe besteht darin, Interviews mit Experten aus der Medienindustrie zu führen. Ich befrage sie zum Thema meiner Magisterarbeit: “Die Auswirkungen der Black Economic Empowerment Gesetzgebung auf das Mediensystem Südafrikas”. Auf englisch habe ich folgenden Titel gewählt: “The impact of Black Economic Empowerment on the media” und hoffe, dass dies dem deutschen Titel nah genug kommt.
BEE zielt auf die Beseitigung der Folgen der Apartheid. Zwar liegt die politische Macht nach der Abschaffung der Apartheid nun in der Hand der schwarzen Mehrheit. Durch die Rassentrennung waren/sind die Ressourcen und das Kapital jedoch noch immer sehr einseitig zugunsten der weißen Bevölkerung verteilt. Da es in Südafrika nicht zu Enteignungen im Stile von Zimbabwe kommen sollte (und bisher auch nicht gekommen ist), hat die führende Regierungspartei ANC einen anderen Weg beschritten. Die Verteilung der wirtschaftlichen Macht sollte schrittweise den Anteilen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen angepasst werden. Dies wurde in manchen Bereichen und besonders im elektronischen Bereich des Mediensektors schon früh implementiert, da der Staat hier aufgrund der Lizenzvergabe über genügend Druckmittel für eine Umsetzung seiner Ziele verfügte. Im Jahr 2003 wurde diese Politik mit dem Broad-based Black Economic Empowerment Act auf die gesamte Wirtschaft ausgedehnt.
Überwacht wird die Umsetzung durch das Department of Trade and Industry. Die Implementierung ist noch nicht abgeschlossen, da noch nicht alle Regeln endgültig fixiert sind. In Zusammenarbeit mit den Unternehmen aus der jeweiligen Branche werden für die einzelnen Industriezweige spezifische “Charters” erstellt, aus denen sich dann die “Codes of Good Practice” ergeben. Diese beinhalten die jeweils gültige BEE Scorecard, nach denen die Unternehmen beurteilt werden. Anhand der Angaben auf diesen Scorecards werden dann auch die Fortschritte bei der Umsetzung von BEE ermittelt und neue Vorgaben werden anhand der bisherigen Entwicklung festgelegt. Zur unabhängigen Überprüfung werden externe Verification Agencies herangezogen, die das jeweilige BEE Rating ermitteln.
Hier vor Ort konnte ich schon viele interessante Interviews führen und habe eine Menge über dieses doch recht komplizierte Thema gelernt. Die Experten kommen sowohl aus dem Printbereich als auch aus dem Sektor der elektronischen Medien. Dazu gehören Mitarbeiter von Die Burger, Media24, Multichoice, The Mail & Guardian, SABC und Caxton. Ich bin natürlich noch weiter dabei, neue Experten zu befragen und hoffe, dass sich noch weitere Menschen finden, die mich dabei unterstützen.
Nach dieser kurzen Einführung die Thematik lasse ich euch dieses wissenschaftlichere Thema erst einmal verdauen. In einem der nächsten Artikel werde ich dann vielleicht schon erste Zwischenergebnisse meiner Studien skizzieren können.

Now back to the main program…

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